Krim-Konflikt: „Nicht die Russen, wir werden bedroht“

Über die Situation der Krim-Tataren

Khan-Palast auf der Krim

Auf der Krim überschlagen sich die Ereignisse. Die illegale Regierung des selbsternannten Krim-Präsidenten Sergej Aksjonow will die aufgeheizte Situation nutzen und sich den bereits beschlossenen Anschluss an der Krim an Russland durch ein Referendum am 15. März bestätigen lassen. Die OSZE-Beobachter mussten gestern auch beim zweiten Versuch, auf die Halbinsel zu gelangen unverrichteter Dinge wieder umkehren, weil sie von Bewaffneten an der Weiterreise gehindert wurden. Währenddessen hoffen die 2,5 Millionen Krimtataren, die etwa 12 Prozent der Krim-Bevölkerung stellen, weiterhin auf internationalen Schutz. Weiterlesen

Mörder als Gärtner

Über Martin Pollacks „Kontaminierte Landschaften“

Buchcover_Kontaminierte Landschaften

Landschaften können in uns Gefühle der Vertrautheit, der Geborgenheit und der Ruhe hervorrufen. Sie sind unschuldig. Aber sind sie das wirklich? Nein, meint der bekannte österreichische Autor Martin Pollack. Die meisten Landschaften, vor allem die im Osten Europas, aber auch hier bei uns, in Deutschland oder Österreich, so seine These, haben längst ihre Unschuld verloren. Angesichts sanfter Hügel, adonisröschenbewachsener Hänge oder sonnendurchschienener Buchenwälder vergessen wir nur allzuoft, dass in vielen unserer Landschaften unsägliche Verbrechen verübt wurden – meist im Verborgenen und fast immer unter strenger Geheimhaltung. Und viele dieser Orte sind bis heute nicht einmal bekannt. Martin Pollack begibt sich in seinem neuesten Buch auf die Suche nach solch „Kontaminierten Landschaften“. Mirko Schwanitz über das Buch und seinen Autor. Weiterlesen

Verklärung und Verbitterung in der Ukraine

Der Psychoanalytiker Jurko Prochasko über die Gewalt in der Ukraine

Jurko Prohasko

Jurko Prochasko

Noch hängt der Geruch der brennenden Barrikaden in der Luft, noch sind die Blutflecken im Foyer des Hotels Ukraina nicht beseitigt, noch ist nicht sicher, ob die Ukraine nach dieser Woche zur Ruhe kommen wird. Doch schon sehen Beobachter die Gefahr, dass sich die Spaltung der Ukraine nun auch politisch manifestieren könnte. Im Westen, so ihr Argument, gebe es praktisch keine Staatsmacht mehr. Solche Schlussfolgerungen hält der Autor, Übersetzer und Psychoanalytiker, Jurko Prochasko, jedoch für falsch.  Weiterlesen

Zu Besuch bei den Eisenbiegern

Ein Nachmittag im Freiluftfitnesszentrum von Kiew

Kiew, die Hauptstadt der Ukraine, ist ein Perle – das wissen alle, die schon einmal dort gewesen sind. Die Lage der Stadt am drittgrößten Strom Europas dem Dnipro, das berühmte Kiewer Höhlenkloster, der Altstadt-Hügel und nicht zuletzt der Maidan, auf dem einst die „Orangene Revolution“ ihren Anfang nahm machen das Flair dieser Stadt aus. Die wenigsten Besucher aber werden auf den Gedanken kommen jenen Platz zu besuchen, der von Ferne und auf den ersten Blick eher wie eine Strafkolonie aussieht, in der sich gebräunte und nicht selten tätowierte furchteinflößende Gestalten tummeln. Dabei liegt dieser Stadt mitten in der Stadt. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovych wollten wissen, was es mit diesem Platz auf sich hat und fanden sich plötzlich inmitten von Männern, die die Kiewer die „Eisenbieger“ nennen. Weiterlesen

Vermittler zwischen Demonstranten und Milizen

Im Porträt: Pfarrer Ralf Haska

Die Kirchen waren seit Beginn der Proteste in der Ukraine Schutzraum und Orte des Friedens. Hunderte flüchteten sich hinter die Kirchenmauern, als die Milizen versuchten, den Unabhängigkeitsplatz mit Gewalt zu räumen. Mutige Geistliche stellten sich zwischen Protestierende und Sondereinheiten der Polizei, um ein Blutbad zu verhindern. Einer von Ihnen ist Ralf Haska, ein Pfarrer aus Brandenburg, der in Kiew seine wirkliche Berufung gefunden zu haben scheint. Ivan Gayvanovic und Mirko Schwanitz mit einem Porträt. Weiterlesen

Aufstand gegen das „Früchtchen“

Ukrainische Künstler und die Proteste auf dem Maidan

Seit Tagen halten die Demonstrationen in der Ukraine an. Die brutalen Attacken der Polizei haben sogar dazu geführt, das inzwischen mehr als eine halbe Million Menschen in der Hauptstadt Kiev protestieren. Heute hat die Opposition einen Misstrauensantrag gegen die Regierung von Premier Asarow ins Parlament eingebracht (zur Zeit unklar wie das ausieht – bitte im Blick behalten). Während in der großen „Rada“, wie das ukrainische Parlament heißt, heftig debattiert wurde, gingen draußen auf dem Maidan und dem Europa-Platz die Proteste weiter. Unter den Demonstranten auch viele Schriftsteller, Intellektuelle, Musiker und Künstler. Wie denken sie über die Proteste, über die Situation in ihrem Land. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovitsch haben versucht, es herauszufinden. Weiterlesen

FEMEN: Protest als Oben-Ohne-Happening

Über die Pop-Ikonen der ukrainischen Frauenbewegung

FEMEN ist eine der engagiertesten Frauenrechts-Organisationen in der Ukraine. Weltweit bekannt wurde sie vor allem durch die Hauptmethoden ihres Protestes – der Oben-Ohne-Demonstration. Die Aktivistinnen selbst bezeichnen ihre Protest-Aktionen als Test für die Demokratie. In der Ukraine laufen derzeit 15 Strafverfahren. Wie der russischen Frauenband Pussy Riot, die wegen ihrer skandalträchtigen Aktionen bereits in Untersuchungshaft sitzen, drohen auch den ukrainischen Frauenrechtlerinnen bei einer Verurteilung mehrjährige Haftstrafen. Weiterlesen