Belarus: Wie weiter nach der neuen Repressionswelle?

25. März 2017 Martialisch ausgerüstete Polizisten vor dem Sturm auf protestierende Belarussen

copyright: Dasha Sapranetskaya

Am 25. März gingen in der belarussischen Hauptstadt Minsk tausende Demonstranten auf die Straße. Verwundert rieben sich westliche Beobachter die Augen. Die internationale Öffentlichkeit hatte in der Fülle weltweiter Krisenherde nicht wahrgenommen, dass die bereits im Februar aufgeflammten Proteste sich zu einem Flächenbrand ausgeweitet hatten. Zum ersten Mal gingen in Belarus Menschen auf die Straßen, die bisher als treueste Wählerschaft von Präsident Lukaschenko galten. Was also war, was ist los im Reich von Präsident Lukaschenko? Jutta Schwengsbier und Nasta Reznikava berichten:

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Verklärung und Verbitterung in der Ukraine

Der Psychoanalytiker Jurko Prochasko über die Gewalt in der Ukraine

Jurko Prohasko

Jurko Prochasko

Noch hängt der Geruch der brennenden Barrikaden in der Luft, noch sind die Blutflecken im Foyer des Hotels Ukraina nicht beseitigt, noch ist nicht sicher, ob die Ukraine nach dieser Woche zur Ruhe kommen wird. Doch schon sehen Beobachter die Gefahr, dass sich die Spaltung der Ukraine nun auch politisch manifestieren könnte. Im Westen, so ihr Argument, gebe es praktisch keine Staatsmacht mehr. Solche Schlussfolgerungen hält der Autor, Übersetzer und Psychoanalytiker, Jurko Prochasko, jedoch für falsch.  Weiterlesen

Aufstand gegen das „Früchtchen“

Ukrainische Künstler und die Proteste auf dem Maidan

Seit Tagen halten die Demonstrationen in der Ukraine an. Die brutalen Attacken der Polizei haben sogar dazu geführt, das inzwischen mehr als eine halbe Million Menschen in der Hauptstadt Kiev protestieren. Heute hat die Opposition einen Misstrauensantrag gegen die Regierung von Premier Asarow ins Parlament eingebracht (zur Zeit unklar wie das ausieht – bitte im Blick behalten). Während in der großen „Rada“, wie das ukrainische Parlament heißt, heftig debattiert wurde, gingen draußen auf dem Maidan und dem Europa-Platz die Proteste weiter. Unter den Demonstranten auch viele Schriftsteller, Intellektuelle, Musiker und Künstler. Wie denken sie über die Proteste, über die Situation in ihrem Land. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovitsch haben versucht, es herauszufinden. Weiterlesen

FEMEN: Protest als Oben-Ohne-Happening

Über die Pop-Ikonen der ukrainischen Frauenbewegung

FEMEN ist eine der engagiertesten Frauenrechts-Organisationen in der Ukraine. Weltweit bekannt wurde sie vor allem durch die Hauptmethoden ihres Protestes – der Oben-Ohne-Demonstration. Die Aktivistinnen selbst bezeichnen ihre Protest-Aktionen als Test für die Demokratie. In der Ukraine laufen derzeit 15 Strafverfahren. Wie der russischen Frauenband Pussy Riot, die wegen ihrer skandalträchtigen Aktionen bereits in Untersuchungshaft sitzen, drohen auch den ukrainischen Frauenrechtlerinnen bei einer Verurteilung mehrjährige Haftstrafen. Weiterlesen