Ukraine: Jamala – eine Krimtatarin fährt zum ESC

ESC-Teilnehmerin Ukraine: die krimtatarische Sängerin Jamals

Obwohl politische Texte eigentlich verboten sind, gewann in der Ukraine die krimtatarische Sängerin Jamala mit einem Lied, mit dem sie auf das Schicksal ihres Volkes aufmerksam machen will. Tatsächlich scheint das Schicksal der Krim-Tataren, der größten Minderheit auf der Krim niemanden mehr zu interessieren. Einige Beobachter sprechen gar von einem Kartell des Schweigens. Man nehme die Menschenrechtsverletzungen auf der Krim hin, um mit Russland über Syrien verhandeln zu können. Niemanden interessierte dass die gewählten politischen Führer der Krim-Tataren seit der Annexion nicht mehr in ihre Heimat können und das auch in den vergangenen Tagen auf der Krim wieder Hausdurchsuchungen und Verhaftungen von Krim-Tataren gegeben hat. Inzwischen sitzen viele mit fingierten Anklagen in Gefängnissen. Weiterlesen

Krim: Gestohlenes Parlament

Die Krimtataren fühlen sich von der Welt vergessen

Mustafa Dshemilev wird die Rückkerh in seiner Heimat-verweigert

Mustafa Dshemilev wird die Rückkerh in seiner Heimat-verweigert

Während die Kämpfe in der Ostukraine trotz des in Minsk vereinbarten Waffenstillstands kein Ende nehmen wollen, gelangen Informationen von der annektierten Krim nur spärlich zu uns. Doch offenbar spitzt sich dort die Situation für die Krimtataren, immer weiter zu. Die 260000 Muslime, stellen auf der Halbinsel die größte nationale Minderheit. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Krimtataren von Stalin als fünfte Kolonne der Deutschen Wehrmacht verunglimpft und in die Steppen Kasachstans deportiert: Mit Beginn der Neunziger Jahre kehrten die Überlebenden der Deportation und deren Nachfahren zurück in ihre alte Heimat. Ihr Land, ihre Häuser aber waren da längst von Russen in Besitz genommen worden. Die pro-russischen Behörden auf der damals noch autonomen Krim taten alles, um den Krimtataren die Rückkehr so schwer wie möglich zu machen. Die neuen Machthaber betrachten die Krimtataren nun mehr oder weniger offen als Feinde.

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Moldau: Auf dem Weg in Putins Zollunion?

Wie Putin im Schatten des Krim-Konflikts gegen die Republik Moldau vorgeht

Auf dem Wega nach Gagausien

Im Schatten der Krim-Krise, setzt Putin auch andere ehemalige Sowjetrepubliken unter Druck. Sein nächstes Ziel: Die Republik Moldau soll in eine postsowjetische Freihandelszone fern der EU einverleibt werden. Bisher nutzt er wirtschaftliche Druckmittel: erneut wurde die Einfuhr moldauischer Weine nach Russland erschwert und den ersten 20.000 von knapp einer halben Million moldauischen Gastarbeitern die Wiedereinreise nach Russland verwehrt. Nun startet Russland den nächsten Schachzug: Es will die autonome Region der gagausischen (gaga – usischen) Minderheit  in der Republik Moldau dazu ausnutzen, das geplante EU-Assoziierungsabkommen zu verhindern. Ein Beitrag von Simon Ciochină und Maximilian Grosser.

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Krim-Konflikt: „Selbsverständlich ist das eine Okkupation“

Interview mit Ali Khamsin – Außenpolitischer Sprecher der Medschlis des Krimtatarischen Volkes

Der Medschlis ist das Parlament der Krimtataren. Der Medschlis wurde 1991 gegründet, um die Rechte des nach seiner Deportation seit Anfang der Neunziger Jahre auf die Krim zurückkehrenden Volkes wahrzunehmen. Die Medschlis entsendet 14 krimtatarische Abgeordnete in den Obersten Rat der Krim. Sie stimmten geschlossen gegen das jetzt von prorussischen Kräften verabschiedete Referendum, das den Anschluss der Krim an Russland legitimieren soll. Weiterlesen

Krim-Konflikt: „Nicht die Russen, wir werden bedroht“

Über die Situation der Krim-Tataren

Khan-Palast auf der Krim

Auf der Krim überschlagen sich die Ereignisse. Die illegale Regierung des selbsternannten Krim-Präsidenten Sergej Aksjonow will die aufgeheizte Situation nutzen und sich den bereits beschlossenen Anschluss an der Krim an Russland durch ein Referendum am 15. März bestätigen lassen. Die OSZE-Beobachter mussten gestern auch beim zweiten Versuch, auf die Halbinsel zu gelangen unverrichteter Dinge wieder umkehren, weil sie von Bewaffneten an der Weiterreise gehindert wurden. Währenddessen hoffen die 2,5 Millionen Krimtataren, die etwa 12 Prozent der Krim-Bevölkerung stellen, weiterhin auf internationalen Schutz. Weiterlesen