Belarus: Wie weiter nach der neuen Repressionswelle?

25. März 2017 Martialisch ausgerüstete Polizisten vor dem Sturm auf protestierende Belarussen

copyright: Dasha Sapranetskaya

Am 25. März gingen in der belarussischen Hauptstadt Minsk tausende Demonstranten auf die Straße. Verwundert rieben sich westliche Beobachter die Augen. Die internationale Öffentlichkeit hatte in der Fülle weltweiter Krisenherde nicht wahrgenommen, dass die bereits im Februar aufgeflammten Proteste sich zu einem Flächenbrand ausgeweitet hatten. Zum ersten Mal gingen in Belarus Menschen auf die Straßen, die bisher als treueste Wählerschaft von Präsident Lukaschenko galten. Was also war, was ist los im Reich von Präsident Lukaschenko? Jutta Schwengsbier und Nasta Reznikava berichten:

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Karim Wasfi – Cellospiel für den Frieden

Einem internationalen Publikum bekannt geworden ist Karim Wasfi nicht als Dirigent des irakischen nationalen Symphonieorchesters sondern als Cellist von Bagdad. Als Musiker könnte Karim Wasfi ein Weltstar sein, der in allen Konzertsälen der Erde ein begeistertes Publikum fände. Sein eigenes Cellospiel oder auch seine Interpretationen von Bach, Mahler oder Vivaldi als Dirigent mit großem Orchester, gehören zum besten, was die klassische Musikwelt derzeit zu bieten hat. Doch Wasfi entschied sich in Bagdad zu bleiben. Er will mit seiner Musik dazu beizutragen, sagt Wasfi, wieder Frieden zu schaffen, in diesem vom Terror zerrissenen Land. Jutta Schwengsbier mit dem Porträt eines aussergewöhnlichen Musikers. Weiterlesen

Ukraine: Schützengräben und Kontaktzonen

Osteuropäische Intellektuelle beraten über den  Umgang mit Russlands Manipulationsfabriken

Bei einer Konferenzreihe in Tutzing, München und Berlin haben mehr als 80 junge Medienexperten, Journalisten, Schriftsteller und osteuropäische Nachwuchspolitiker darüber beraten, wie man der derzeitigen russischen Propagandamaschinerie wirksam begegnen könne. Immer wieder zur Sprache kamen dabei sogenannte Troll-Fabriken. Das sind keine Fabelwesen, die inzwischen industriell gefertigt werden. Als Trolle werden die meist jungen internet-Spezialisten bezeichnet, die für ein nach russischen Maßstäben fürstliches Gehalt in sozialen Netzwerken oder per Kommentarfunktion bei wichtigen westlichen Medien Propaganda-Botschaften verbreiten. Jutta Schwengsbier berichtet. Weiterlesen

Georgien: Die „unbefleckte Jungfrau“ – über den Trend hymenoplastischer Operationen

Die georgische Regierung hält sich zugute, dass Präsident Mikheil Saakashvili nach zwei Amtsperioden durch demokratische Wahlen abgelöst wurde. Die Medien können frei berichten und auch Nichtregierungsorganisationen arbeiten ohne Probleme. In vielen Bereichen halte Georgien also bereits EU Standards ein und wirbt deshalb dafür, eine Beitrittsperspektive zu erhalten. Konservative Kräfte und insbesondere die georgisch orthodoxe Kirche vertreten allerdings noch immer ein Frauenbild, dass mit europäischen Wertvorstellungen kaum vereinbar ist. So gilt nicht nur in versteckten Seitentälern die unbefleckte Jungfräulichkeit vor der Ehe als ein muss, – auch wenn sich wenige daran halten. Weiterlesen

LandZukunft: Ein Modellprojekt für ländliche Regionalentwicklung

Strandurlaub Dithmarschen

Vor allem ländlich geprägte Regionen müssen in den kommenden Jahren große soziale Veränderungen meistern. Die Jungen ziehen weg. Viele Branchen leiden in der Folge unter Fachkräftemangel. Zurück bleiben die Älteren. Das Bundeslandwirtschaftsministerium startete deshalb ein Modellprojekt mit dem Titel „Landzukunft“ zur regionalen ländlichen Entwicklung. Bewerben konnten sich 17 ländliche Randgebiete, die vom Thünen Institut vorab ausgewählt wurden. Neben Dithmarschen wurden dabei Birkenfeld, Holzminden und die Uckermark als Modellregionen gefördert. Das Ziel: Auch wenn die ausgewählten Regionen oft die gleichen Probleme haben, sollten sie doch regional spezifische Lösungen finden. Weiterlesen

Smart Grids: Auf dem Weg zur Dritten Industriellen Revolution

Nach den Thesen des Zukunftsforschers Jeremy Rifkin steht der Wandel von der zweiten zur dritten Industriellen Revolution kurz bevor. Dann wird die Wirtschaft nicht mehr von Großkonzernen organisiert, sondern zur „sharing economy“, einer Wirtschaft, in der Menschen viele Ressourcen miteinander teilen. Katalysator für diesen Wandel ist laut Rifkin der technologische Fortschritt bei der Energiegewinnung, Kommunikation und Logistik. Jutta Schwengsbier hat sich Rifkins Theorie und die Praxis an zwei Industriestandorten angesehen, die beide sehr stark vom Technologiewandel betroffen sind. Einen in Deutschland und einen in Polen. Während sich die Region Dessau in Sachsen Anhalt seit der politischen Wende 1989 ganz der Umsetzung von Rifkins Ideen verschrieben hat, versuchte Polen den Wandel aufzuhalten. Weiterlesen

Belarus: Literaturnobelpreise Swetlana Alexijewitsch

Swetlana Alexijewitsch wurde 1948 kurz nach dem zweiten Weltkrieg im ukrainischen Iwano-Frankiwsk geboren. Zunächst arbeitete sie als Reporterin für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Dann entwickelt Alexijewitsch ausgehend von zahlreichen Interviews schließlich eine eigene literarischen Gattung: den halbdokumentarischen Roman. Ob Tschernobyl, der Afghanistan-Krieg und der Zusammenbruch der Sowjetunion: Die bei ihren Reportagen eingefangenen Stimmen verdichtet die Schriftstellerin in fiktionalen Geschichten zu einem Sittengemälde ihrer Zeit. Nun erhält die Weißrussin den Literaturnobelpreis. Jutta Schwengsbier stellt Swetlana Alexijewitsch und ihr Werk vor. Weiterlesen

Matthew Paul Miller: Zwischen jüdischer Tradition und moderner Kultur

Matthew Paul Miller ist besser bekannt unter seinem jüdischen Namen Matisyahu, der so viel bedeutet wie „Geschenk Gottes“. Mit Beginn seiner Karriere ist Matisyahu zugleich sein Künstlername geworden. Inzwischen gilt der Reggae Sänger als einer der bedeutendsten jüdischen Musiker unserer Zeit. Jutta Schwengsbier hat mit Matisyahu über seine Suche nach Spiritualität und seine Musik gesprochen. Weiterlesen

Unerreicht: Der Rollator

Seit die Schwedin Aina Wifalk die praktischen Gehilfen für Ältere 1978 erfunden hat , haben sie einen regelrechten Siegeszug um die Welt angetreten. Von einfacheren Modellen, die kleinere Hürden überwinden können, bis zu Gelände gängigen Hightech Geräten zum Wandern im Wald, ist inzwischen alles zu haben. Jutta Schwengsbier zur vielleicht wichtigsten Erfindung für unsere stetig alternde Gesellschaft.

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Altenpflege als Renditeobjekt?

Kapitalanleger, von Immobilienfinanzierern über Versicherungen bis zu privaten Sparern, haben eine neue Anlagemöglichkeit entdeckt: Pflegeheime. In Werbeanzeigen werden bis zu 6% Zinsen jährlich versprochen. In der derzeitigen Niedrigzinsphase ist das eine deutlich höhere Rendite als etwa mit Büro- oder Wohnimmobilien zu erzielen ist. Betrieben werden solche Pflegeheime dann auch von gemeinnützigen Trägern wie DRK, Caritas oder AWO. Altenpflege als Renditeobjekt? Dass die Zukunft auch anders aussehen kann, zeigt ein Modellvorhaben in der kleinen Gemeinde Wesselburen in Schleswig-Holstein. Dort haben die Bürger eine eigene Sozialgenossenschaft gegründet, um ihre Pflege nicht den Kapitalmaximierern zu überlassen.Jutta Schwengsbier berichtet. Weiterlesen