Ukraine: Jamala – eine Krimtatarin fährt zum ESC

ESC-Teilnehmerin Ukraine: die krimtatarische Sängerin Jamals

Obwohl politische Texte eigentlich verboten sind, gewann in der Ukraine die krimtatarische Sängerin Jamala mit einem Lied, mit dem sie auf das Schicksal ihres Volkes aufmerksam machen will. Tatsächlich scheint das Schicksal der Krim-Tataren, der größten Minderheit auf der Krim niemanden mehr zu interessieren. Einige Beobachter sprechen gar von einem Kartell des Schweigens. Man nehme die Menschenrechtsverletzungen auf der Krim hin, um mit Russland über Syrien verhandeln zu können. Niemanden interessierte dass die gewählten politischen Führer der Krim-Tataren seit der Annexion nicht mehr in ihre Heimat können und das auch in den vergangenen Tagen auf der Krim wieder Hausdurchsuchungen und Verhaftungen von Krim-Tataren gegeben hat. Inzwischen sitzen viele mit fingierten Anklagen in Gefängnissen. Weiterlesen

Ukraine: Journalisten in den Separatistengebieten unter Druck

Unbeeindruckt von den Präsidentschaftswahlen machen die Separatisten in der Ukraine nach wie vor ihr eigenes Ding. Um ihre Macht zu erhalten setzen sie auf Repressionen und verbreiten zunehmend Angst unter der Zivilbevölkerung. Der dämmert allmählich, wem sie da vertraut hatten. Doch niemand wagt den Mund aufzumachen und zu protestieren. Wer die Waffen hat, hat die Macht. Das spüren auch die Journalisten, die in den Gebieten der Separatisten versuchen, ihren Job zu machen – vor allem die, vorurteilsfrei und neutral versuchen zu berichten. Nicht nur die Fälle von Zensur nehmen zu, auch Kidnapping und Folter von Journalisten sind Alltag in den von Separatisten besetzten Gebieten. Ein Bericht von Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovitsch. Weiterlesen

Geschmack der Räuberbarone

Eine Ausstellung im Kiewer Kunstmuseum zeigt Janukowitschs „Kunstschätze“

 

Die Kämpfe auf dem Maidan scheinen schon in Vergessenheit zu geraten. Nur ihre Folgen sind heute noch zu besichtigen. Dazu gehören aber nicht nur die Bestrebungen separatistischer Kräfte, Teile im Osten der Ukraine abzuspalten. Auch in Kunst und Kultur hinterließen die Kämpfe Spuren. So war z.B. der neo-klassizistische Prunkbau des Nationalen Kunstmuseum seit Jahresbeginn geschlossen, weil er sich damals, auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen in Kiew, sozusagen im Rücken von Janukowytschs Spezialeinheiten befand. Einem Gebiet, dass Sperrgebiet war. Jetzt hat das Museum seine Pforten geöffnet und macht sofort durch eine Sonderausstellung auf sich aufmerksam. Es hat alle Objekte aus Viktor Janukowytschs Residenz zusammengetragen und den bekanntesten postmodernen Maler der Ukraine gebeten, aus ihnen eine Ausstellung zu kreieren. Entstanden ist ein Exposition, die die Betrachter vor Entsetzen staunen lässt und Diskussionen provoziert. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovich berichten. Weiterlesen

Die Bibliothek des Maidan

Was bleibt vom Kiever Maidan ist eine der häufigsten Fragen, die man dieser Tage auf Podiumsdiskussionen hören kann, auf denen Politiker und Experten im politischen Kaffeesatz lesen. Allmählich, wenn auch sehr langsam verschwinden die noch sichtbaren Zeugnisse des Aufstandes aus dem Kiewer Stadtbild. Es ist nur eine Frage der Zeit, dann wird der Maidan nur noch eine Erinnerung sein. Doch was auch immer passiert – eine der außergewöhnlichsten Institutionen, die dieser Maidan hervorgebracht hat, wird wohl noch da sein, wenn die letzte Barrikade fortgeräumt, das letzte Zelt abgebaut ist. Denn als in Kiev auf den Barrikaden gekämpft wurde brachten die Menschen den Kämpfern nicht nur Tee, Wurst und Butterbrote, sondern immer wieder auch Bücher – und so entstand die vielleicht außergewöhnlichste Bibliothek Europas. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovich berichten. Weiterlesen

Zu Besuch bei den Eisenbiegern

Ein Nachmittag im Freiluftfitnesszentrum von Kiew

Kiew, die Hauptstadt der Ukraine, ist ein Perle – das wissen alle, die schon einmal dort gewesen sind. Die Lage der Stadt am drittgrößten Strom Europas dem Dnipro, das berühmte Kiewer Höhlenkloster, der Altstadt-Hügel und nicht zuletzt der Maidan, auf dem einst die „Orangene Revolution“ ihren Anfang nahm machen das Flair dieser Stadt aus. Die wenigsten Besucher aber werden auf den Gedanken kommen jenen Platz zu besuchen, der von Ferne und auf den ersten Blick eher wie eine Strafkolonie aussieht, in der sich gebräunte und nicht selten tätowierte furchteinflößende Gestalten tummeln. Dabei liegt dieser Stadt mitten in der Stadt. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovych wollten wissen, was es mit diesem Platz auf sich hat und fanden sich plötzlich inmitten von Männern, die die Kiewer die „Eisenbieger“ nennen. Weiterlesen

Anstößige Bücher

Belarus verbietet Verlag für belarussische Literatur

Nur selten dringen Informationen aus Belarus zu uns, dem Reich von Präsident Alexander Lukaschenko, der von einigen als „letzter Diktator Europas“ bezeichnet wird. Wie Lukaschenko mit Leuten umgeht, die an der Fassade des Regimes kratzen, musste erst jüngst der Verleger Igor Logwinau erfahren. In den vergangenen 13 Jahren hatte sein Verlag sich zum führenden Verlagshaus für junge moderne belarussische Literatur entwickelt. Nicht nur, weil alle bei ihm veröffentlichten Autoren statt in Russisch auf Belarussisch veröffentlichten, sondern auch weil sie sich in ihren Büchern zunehmende kritisch mit der Geschichte und Gegenwart in ihrem Land auseinandersetzten, machte das Regime dem Verlag bereits seit Jahren das Überleben schwer. Nun hat es ihn ganz verboten. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovich berichten. Weiterlesen

Vermittler zwischen Demonstranten und Milizen

Im Porträt: Pfarrer Ralf Haska

Die Kirchen waren seit Beginn der Proteste in der Ukraine Schutzraum und Orte des Friedens. Hunderte flüchteten sich hinter die Kirchenmauern, als die Milizen versuchten, den Unabhängigkeitsplatz mit Gewalt zu räumen. Mutige Geistliche stellten sich zwischen Protestierende und Sondereinheiten der Polizei, um ein Blutbad zu verhindern. Einer von Ihnen ist Ralf Haska, ein Pfarrer aus Brandenburg, der in Kiew seine wirkliche Berufung gefunden zu haben scheint. Ivan Gayvanovic und Mirko Schwanitz mit einem Porträt. Weiterlesen

Aufstand gegen das „Früchtchen“

Ukrainische Künstler und die Proteste auf dem Maidan

Seit Tagen halten die Demonstrationen in der Ukraine an. Die brutalen Attacken der Polizei haben sogar dazu geführt, das inzwischen mehr als eine halbe Million Menschen in der Hauptstadt Kiev protestieren. Heute hat die Opposition einen Misstrauensantrag gegen die Regierung von Premier Asarow ins Parlament eingebracht (zur Zeit unklar wie das ausieht – bitte im Blick behalten). Während in der großen „Rada“, wie das ukrainische Parlament heißt, heftig debattiert wurde, gingen draußen auf dem Maidan und dem Europa-Platz die Proteste weiter. Unter den Demonstranten auch viele Schriftsteller, Intellektuelle, Musiker und Künstler. Wie denken sie über die Proteste, über die Situation in ihrem Land. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovitsch haben versucht, es herauszufinden. Weiterlesen

FEMEN: Protest als Oben-Ohne-Happening

Über die Pop-Ikonen der ukrainischen Frauenbewegung

FEMEN ist eine der engagiertesten Frauenrechts-Organisationen in der Ukraine. Weltweit bekannt wurde sie vor allem durch die Hauptmethoden ihres Protestes – der Oben-Ohne-Demonstration. Die Aktivistinnen selbst bezeichnen ihre Protest-Aktionen als Test für die Demokratie. In der Ukraine laufen derzeit 15 Strafverfahren. Wie der russischen Frauenband Pussy Riot, die wegen ihrer skandalträchtigen Aktionen bereits in Untersuchungshaft sitzen, drohen auch den ukrainischen Frauenrechtlerinnen bei einer Verurteilung mehrjährige Haftstrafen. Weiterlesen