Tickende Zeitbomben

Die Flüchtlinge im Kaukasus

Noch vor der Auflösung der Sowjetunion hatte sich Südossetien zur unabhängigen Republik erklärt. Diese Unabhängigkeit wurde von Georgien nie akzeptiert. Die Region sei und bleibe georgisches Staatsgebiet. Zwei mal, 1990 und im Jahr 2008, versuchte Georgien dann Südossetien militärisch zu besetzen. Beide male verhinderten russische Truppen die gewaltsame Wiedereingliederung. Viele der Georgier, die 2008 aus Südossetien vertrieben wurden, leben bis heute in Lagern. Eines der größten ist Cerovani. Edita Badasyan und Jutta Schwengsbier haben mit Flüchtlingen über Ihr Leben dort gesprochen. Weiterlesen

Verlorenes Paradies

Präsidentschaftswahlen in Abchasien

Einziger für Georgier gesperrter Grenzübergang Abchasiens

Einziger für Georgier gesperrter Grenzübergang Abchasiens

„Sie brauchen das Paradies nicht zu suchen. Es liegt in Abchasien“ – so wirbt die Regierung Abchasiens auf ihrer Website. Tatsächlich war Abchasien einmal die „Rote Coté d’Azur“ – Urlaubsland der Träume des Realsozialismus. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der Abspaltung von Georgien 1992/93 und der diplomatischen Anerkennung Abchasiens durch Russland gilt Abchasien allerdings als diplomatisches Sudoku des höchsten Schwierigkeitsgrades und das deutsche Außenministerium warnt vor Reisen ins „Paradies“. Das Land ist zwar unabhängig, gehört völkerrechtlich aber zu Georgien. Anerkannt wurde es lediglich von Russland, Nikaragua, Venezuela und dem Inselstaat Nauru. Nun finden am 26. August vorgezogene Präsidentschaftswahlen in Abchasien statt. Das brauchte eigentlich niemanden zu interessieren, läge Abchasien nicht in einer der heißesten Zonen geopolitischer Tektonik. Ob es ruhig bleibt im Kaukasus, hängt auch von den Politikern in dem kleinen Streifen am Schwarzen Meer ab, mit einer Einwohnerzahl kaum größer als Kassel. Ani Matevosyan und Mirko Schwanitz berichten. Weiterlesen