Georgien: Die „unbefleckte Jungfrau“ – über den Trend hymenoplastischer Operationen

Die georgische Regierung hält sich zugute, dass Präsident Mikheil Saakashvili nach zwei Amtsperioden durch demokratische Wahlen abgelöst wurde. Die Medien können frei berichten und auch Nichtregierungsorganisationen arbeiten ohne Probleme. In vielen Bereichen halte Georgien also bereits EU Standards ein und wirbt deshalb dafür, eine Beitrittsperspektive zu erhalten. Konservative Kräfte und insbesondere die georgisch orthodoxe Kirche vertreten allerdings noch immer ein Frauenbild, dass mit europäischen Wertvorstellungen kaum vereinbar ist. So gilt nicht nur in versteckten Seitentälern die unbefleckte Jungfräulichkeit vor der Ehe als ein muss, – auch wenn sich wenige daran halten. Weiterlesen

Georgien: „adibas“ – der neue Roman des georgischen Autors Zaza Burchuladze

Zaza Burchuladze

Kein Buch der letzten Jahre, hätte ihn mit solcher Begeisterung erfüllt, schreibt  der bekannte ukrainische Autor Jury Andruchowytsch in seinem Vorwort zu „adibas“ – einem Roman des georgischen Schriftstellers Autors Zaza Burchuladze. Andruchowytschs russischer Kollege Vladimir Sorokin bezeichnete das Buch als eine hochkomische und zugleich tieftraurige Geschichte, die ihn sehr bewegt habe. Zaza Burchuladze hat in Tiflis Malerei studiert bevor er sich dem Schreiben widmete. Mit seinen bissigen, ja geradezu wütenden Gesellschaftsporträts und seinen provokativen Auftritten bei Lesungen und in Fernsehshows hat er sich in seiner Heimat Georgien viele Feinde gemacht. Weiterlesen

Georgien: Matzoni – Als Joghurt einfach genial

Matzoni – ein weißer sauerer Joghurt, ist in Georgien ein wichtiger Teil des täglichen Lebens. Es gibt etwa ähnliches, in Armenien und Aserbaidschan, aber auch in Griechenland, der Türkei oder Bulgarien, wo man den „Matzoni“ „Kiselo Mljako“ nennt. Georgier kaufen den Matzoni bis heute direkt von Bauern. Weil er einfach besser schmeckt und vom Baby bis zu alten Leuten täglich gegessen wird. Über ihre geliebte Nationalspeise berichtet Edita Badasyan. Weiterlesen

Georgien: Datio Ratiani und seine Wehrtürme von Ushguli

Wehrtürme von Ushguli

Reiseführer preisen es als das höchste Dorf Europas – Ushguli, eine kleine Ortschaft, gelegen in Georgien, im Kaukasus, auf 2400 Meter Höhe. Lang und beschwerlich ist der Weg dahin. Mit dem Auto benötigt man von der Hauptstadt Tiflis allein 12 Stunden bis hinauf in die Berge der georgischen Provinz Swanetien. Ohne geländegängigen Jeep ist ohnehin aufgeschmissen, wer da hinauf will, denn hinter Swanetiens kleiner Hauptstadt Mestia gibt es keine befestigte Straße mehr. Weiterlesen

Das gekaufte Kinderglück – Georgiens neuer Leihmutter Boom

Paare, die selbst keine Kinder bekommen können, greifen immer häufiger auf Leihmütter zurück. In Deutschland ist das verboten. Für jemand anderen Kinder auszutragen, gilt als Schädigung des Körpers, vor allem aber als eine Kommerzialisierung von Frauen, die mit ethischen Grundsätzen nicht zu vereinbaren ist. Viele andere Länder, etwa die USA, Großbritannien oder Belgien, haben die Leihmutterschaft dagegen legalisiert.

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Georgien – Ein Versuchslabor für Frauenmörder?

Warum Georgiens Frauen um ihr Leben fürchten

Der 25. November wird international als der Tag begangen, an dem auf die weltweit zunehmende Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht werden soll. Vor diesem Hintergrund wollen wir den Blick in ein Land werfen, das in den Medien oft nur am Rande aufscheint – Georgien. Dort erschüttert in diesem Jahr eine grausame Mordserie an Frauen die Öffentlichkeit und führt nun zu anhaltenden Protesten über die Untätigkeit der Behörden. Sopho Zurabiani, eine junge 27 Jahre alte Justizbeamtin wurde am hellichten Tag an einer Bushaltestelle erschossen, eine Universitätsdozentin vor den Augen ihrer Studenten umgebracht. Es scheint, als hätten die Mörder überhaupt keine Angst vor Sanktionen. Wie konnte es dazu kommen? Edita Badasyan ist dieser Frage nachgegangen. Weiterlesen

Nino Haratischwilis neue Buch: „Das achte Leben“

Nino Haratischwili Das achte LebenSoeben erschien der mit vielen Vorschuss-Lorbeeren bedachte neue Roman von Nino Haratischwili, die bereits mit ihren ersten Romanen „Juja“ und „Mein sanfter Zwilling“ große Aufmerksamkeit erregte. Für ihren neuen Roman „Das achte Leben“ hat die in Georgien geborene und seit ihrem 20 Lebensjahr in Deutschland lebende und auf Deutsch schreibende Autorin jahrelang in Archiven recherchiert – nicht nur in Moskau, St. Petersburg und in Georgien. Das Schreiben erfolgte parallel und zeitweise schien ihr das Projekt davonzulaufen Ich war wie ein Kind in einem Spielzeugladen, sagte Nino Haratischwili, unserem Rezensenten, ich wollte das das noch rein kommt, und dieses und jenes. Weiterlesen

Georgien: Kulturschaffende und der Tod von Eduard Schewardnadse

Am 13. Juli wurde Eduard Schewardnadse in Georgien im Hof seiner Tifliser Residenz beigesetzt. Während die Welt den freundlich wirkenden, weißhaarigen Mann als Helden verehrt, weil er gemeinsam mit Michail Gorbatschow den Umbruch in Osteuropa möglich machte, wird er in seiner Heimat vor allem als eines angesehen – als tragische Figur. Vor allem Georgiens Dichter und Künstler wissen noch nicht so recht, wie sie die Ära Schewardnadse beurteilen sollen. Edita Badasyan und Mirko Schwanitz haben sich mit einigen in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, getroffen und wollten wissen, welche Erinnerungen sie mit Eduard Schewardnadse verbinden. Weiterlesen

Georgien: Hoffnung und Sorge

Georgien unterzeichnet EU-Assoziierungsabkommen

Flaggen am georgischen Parlament

Flaggen am georgischen Parlament

Die Spannungen in der Ukraine wurden vergangenen Herbst erst ausgelöst, als der Moskau-freundliche Präsident Viktor Janukowitsch das bevorstehende EU-Assoziierungsabkommen in Vilnius platzen ließ. Hunderttausende Menschen gingen auf den Majdan, um Janukowitsch abzusetzen und forderten Neuwahlen. Inzwischen erklärte sagte sich die Krim von der Ukraine los und zurzeit tobt im Osten des Landes beinah schon ein Bürgerkrieg. Einen anderen Weg ging auf dem Gipfel im Herbst 2013 Georgien, das neben Moldau als einziges Land der „Östlichen Partnerschaft“ das Assoziierungsabkommen ratifizierte. Am heutigen Freitag kommt es beim EU-Gipfel in Brüssel nun zur Unterzeichnung. Wie eilig es den Georgiern damit ist, zeigt die Tatsache, dass der Unterzeichnungstermin gleich zweimal vorgezogen wurde. Von der Hoffnung aber auch den Sorgen über den Assoziierungsvertrag berichtet Markus Nowak aus Tiflis. Weiterlesen

Auf den Spuren der Georgiendeutschen

Die evangelisch-lutherische Gemeinde in Georgien

Einst lebten 45 000 Deutsche im Kaukasus. Im 19. Jahrhundert aus Baden-Württemberg eingewandert, ließen sich die meisten von ihnen im heutigen Georgien nieder und nahmen ihren christlichen Glauben mit. So kommt es, das man noch heute auf alten Landkarten der Region plötzlich auf Ortsnamen wie Katharinenfeld, Elisabethal oder Alexanderdorf stößt. Die Deutschen brachten neues Know how in der Landwirtschaft mit, auch im Weinbau, bauten Fabriken auf. Unter den Kommunisten wurde das Leben für die Deutschen schwieriger, vor allem das der Kirchengemeinden. 1945 ließ Stalin fast alle Deutschen deportieren. Seit der politischen Wende kümmert sich die evangelisch-lutherische Kirche nun um die wenigen verbliebenen Deutschen, die die Deportationen überlebten und deren Nachfahren, baute eine neue kleine Gemeinde auf und leistet – unter vielen Schwierigkeiten – eine rege Sozialarbeit. Edita Badasayan und Mirko Schwanitz berichten. Weiterlesen