Georgien: Die „unbefleckte Jungfrau“ – über den Trend hymenoplastischer Operationen

Die georgische Regierung hält sich zugute, dass Präsident Mikheil Saakashvili nach zwei Amtsperioden durch demokratische Wahlen abgelöst wurde. Die Medien können frei berichten und auch Nichtregierungsorganisationen arbeiten ohne Probleme. In vielen Bereichen halte Georgien also bereits EU Standards ein und wirbt deshalb dafür, eine Beitrittsperspektive zu erhalten. Konservative Kräfte und insbesondere die georgisch orthodoxe Kirche vertreten allerdings noch immer ein Frauenbild, dass mit europäischen Wertvorstellungen kaum vereinbar ist. So gilt nicht nur in versteckten Seitentälern die unbefleckte Jungfräulichkeit vor der Ehe als ein muss, – auch wenn sich wenige daran halten. Weiterlesen

Georgien: Matzoni – Als Joghurt einfach genial

Matzoni – ein weißer sauerer Joghurt, ist in Georgien ein wichtiger Teil des täglichen Lebens. Es gibt etwa ähnliches, in Armenien und Aserbaidschan, aber auch in Griechenland, der Türkei oder Bulgarien, wo man den „Matzoni“ „Kiselo Mljako“ nennt. Georgier kaufen den Matzoni bis heute direkt von Bauern. Weil er einfach besser schmeckt und vom Baby bis zu alten Leuten täglich gegessen wird. Über ihre geliebte Nationalspeise berichtet Edita Badasyan. Weiterlesen

Das gekaufte Kinderglück – Georgiens neuer Leihmutter Boom

Paare, die selbst keine Kinder bekommen können, greifen immer häufiger auf Leihmütter zurück. In Deutschland ist das verboten. Für jemand anderen Kinder auszutragen, gilt als Schädigung des Körpers, vor allem aber als eine Kommerzialisierung von Frauen, die mit ethischen Grundsätzen nicht zu vereinbaren ist. Viele andere Länder, etwa die USA, Großbritannien oder Belgien, haben die Leihmutterschaft dagegen legalisiert.

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Georgien – Ein Versuchslabor für Frauenmörder?

Warum Georgiens Frauen um ihr Leben fürchten

Der 25. November wird international als der Tag begangen, an dem auf die weltweit zunehmende Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht werden soll. Vor diesem Hintergrund wollen wir den Blick in ein Land werfen, das in den Medien oft nur am Rande aufscheint – Georgien. Dort erschüttert in diesem Jahr eine grausame Mordserie an Frauen die Öffentlichkeit und führt nun zu anhaltenden Protesten über die Untätigkeit der Behörden. Sopho Zurabiani, eine junge 27 Jahre alte Justizbeamtin wurde am hellichten Tag an einer Bushaltestelle erschossen, eine Universitätsdozentin vor den Augen ihrer Studenten umgebracht. Es scheint, als hätten die Mörder überhaupt keine Angst vor Sanktionen. Wie konnte es dazu kommen? Edita Badasyan ist dieser Frage nachgegangen. Weiterlesen

Georgien: Kulturschaffende und der Tod von Eduard Schewardnadse

Am 13. Juli wurde Eduard Schewardnadse in Georgien im Hof seiner Tifliser Residenz beigesetzt. Während die Welt den freundlich wirkenden, weißhaarigen Mann als Helden verehrt, weil er gemeinsam mit Michail Gorbatschow den Umbruch in Osteuropa möglich machte, wird er in seiner Heimat vor allem als eines angesehen – als tragische Figur. Vor allem Georgiens Dichter und Künstler wissen noch nicht so recht, wie sie die Ära Schewardnadse beurteilen sollen. Edita Badasyan und Mirko Schwanitz haben sich mit einigen in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, getroffen und wollten wissen, welche Erinnerungen sie mit Eduard Schewardnadse verbinden. Weiterlesen

Auf den Spuren der Georgiendeutschen

Die evangelisch-lutherische Gemeinde in Georgien

Einst lebten 45 000 Deutsche im Kaukasus. Im 19. Jahrhundert aus Baden-Württemberg eingewandert, ließen sich die meisten von ihnen im heutigen Georgien nieder und nahmen ihren christlichen Glauben mit. So kommt es, das man noch heute auf alten Landkarten der Region plötzlich auf Ortsnamen wie Katharinenfeld, Elisabethal oder Alexanderdorf stößt. Die Deutschen brachten neues Know how in der Landwirtschaft mit, auch im Weinbau, bauten Fabriken auf. Unter den Kommunisten wurde das Leben für die Deutschen schwieriger, vor allem das der Kirchengemeinden. 1945 ließ Stalin fast alle Deutschen deportieren. Seit der politischen Wende kümmert sich die evangelisch-lutherische Kirche nun um die wenigen verbliebenen Deutschen, die die Deportationen überlebten und deren Nachfahren, baute eine neue kleine Gemeinde auf und leistet – unter vielen Schwierigkeiten – eine rege Sozialarbeit. Edita Badasayan und Mirko Schwanitz berichten. Weiterlesen

Tickende Zeitbomben

Die Flüchtlinge im Kaukasus

Noch vor der Auflösung der Sowjetunion hatte sich Südossetien zur unabhängigen Republik erklärt. Diese Unabhängigkeit wurde von Georgien nie akzeptiert. Die Region sei und bleibe georgisches Staatsgebiet. Zwei mal, 1990 und im Jahr 2008, versuchte Georgien dann Südossetien militärisch zu besetzen. Beide male verhinderten russische Truppen die gewaltsame Wiedereingliederung. Viele der Georgier, die 2008 aus Südossetien vertrieben wurden, leben bis heute in Lagern. Eines der größten ist Cerovani. Edita Badasyan und Jutta Schwengsbier haben mit Flüchtlingen über Ihr Leben dort gesprochen. Weiterlesen