Schach, aber nicht Matt

schach_armenien_k

Armenien eines der ärmsten Länder der Welt. Die „zweitschlechteste Volkswirtschaft der Welt“, wie das Magazin „Forbes“ vor kurzem schrieb, besinnt sich nun auf ihre einzige Ressource – die Köpfe der Menschen. „Um die Gehirne der Armenier zu trainieren, haben wir als erstes Land der Welt Schach zum Pflichtfach gemacht“. erklärt der berühmte armenische Schachmeister Smbat Lputjan. Es ist nicht mehr und nicht weniger als der Versuch, das Land zu retten. Es soll wieder so viele begnadete Künstler und Handwerker hervorbringen, wie vor dem türkischen Genozid, in dem die gesamte armenische Elite vernichtet wurde. „Deshalb lernen seit letztem Herbst alle Sieben bis Zehnjährigen Schach, zweimal die Woche.“, erklärt Lputjan seine Mission. Ani Matevosyan berichtet. Weiterlesen

Verlorenes Paradies

Präsidentschaftswahlen in Abchasien

Einziger für Georgier gesperrter Grenzübergang Abchasiens

Einziger für Georgier gesperrter Grenzübergang Abchasiens

„Sie brauchen das Paradies nicht zu suchen. Es liegt in Abchasien“ – so wirbt die Regierung Abchasiens auf ihrer Website. Tatsächlich war Abchasien einmal die „Rote Coté d’Azur“ – Urlaubsland der Träume des Realsozialismus. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der Abspaltung von Georgien 1992/93 und der diplomatischen Anerkennung Abchasiens durch Russland gilt Abchasien allerdings als diplomatisches Sudoku des höchsten Schwierigkeitsgrades und das deutsche Außenministerium warnt vor Reisen ins „Paradies“. Das Land ist zwar unabhängig, gehört völkerrechtlich aber zu Georgien. Anerkannt wurde es lediglich von Russland, Nikaragua, Venezuela und dem Inselstaat Nauru. Nun finden am 26. August vorgezogene Präsidentschaftswahlen in Abchasien statt. Das brauchte eigentlich niemanden zu interessieren, läge Abchasien nicht in einer der heißesten Zonen geopolitischer Tektonik. Ob es ruhig bleibt im Kaukasus, hängt auch von den Politikern in dem kleinen Streifen am Schwarzen Meer ab, mit einer Einwohnerzahl kaum größer als Kassel. Ani Matevosyan und Mirko Schwanitz berichten. Weiterlesen

Keine goldenen Aprikosen

Zu Besuch bei der ‚Berlinale des Kaukasus‘

Begründer und Generaldirektor des Festivals Harutyun Chatschatryan

Begründer und Generaldirektor des Festivals Harutyun Chatschatryan

 

Jedes Jahr treffen sich in Armeniens Hauptstadt Yerewan Filmemacher zum wichtigsten Filmwettbewerb der Region – das „Golden Apricot“-Festival ist so etwas wie die Berlinale der Bergvölker des Kaukasus. Dabei geht es um mehr, als nur darum Filme zu sehen – denn hier treffen Künstler aus immer noch verfeindeten Nationen wie Armeniens und der Türkei aufeinander. Zugleich wollen die Initiatoren die Filmemacher der Region mit der internationalen Filmszene verbinden und die auf die eigenen Produktionen aufmerksam machen. Nicht zuletzt durch sogenannte „Meisterklassen“, in denen bekannte Regisseure ihre Erfahrungen an die kaukasischen Kolleinnen und Kollegen weitergeben. Ani Matevosjan und Mirko Schwanitz berichten. Weiterlesen