Verlorenes Paradies

Präsidentschaftswahlen in Abchasien

Einziger für Georgier gesperrter Grenzübergang Abchasiens

Einziger für Georgier gesperrter Grenzübergang Abchasiens

„Sie brauchen das Paradies nicht zu suchen. Es liegt in Abchasien“ – so wirbt die Regierung Abchasiens auf ihrer Website. Tatsächlich war Abchasien einmal die „Rote Coté d’Azur“ – Urlaubsland der Träume des Realsozialismus. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der Abspaltung von Georgien 1992/93 und der diplomatischen Anerkennung Abchasiens durch Russland gilt Abchasien allerdings als diplomatisches Sudoku des höchsten Schwierigkeitsgrades und das deutsche Außenministerium warnt vor Reisen ins „Paradies“. Das Land ist zwar unabhängig, gehört völkerrechtlich aber zu Georgien. Anerkannt wurde es lediglich von Russland, Nikaragua, Venezuela und dem Inselstaat Nauru. Nun finden am 26. August vorgezogene Präsidentschaftswahlen in Abchasien statt. Das brauchte eigentlich niemanden zu interessieren, läge Abchasien nicht in einer der heißesten Zonen geopolitischer Tektonik. Ob es ruhig bleibt im Kaukasus, hängt auch von den Politikern in dem kleinen Streifen am Schwarzen Meer ab, mit einer Einwohnerzahl kaum größer als Kassel. Ani Matevosyan und Mirko Schwanitz berichten.