Verklärung und Verbitterung in der Ukraine

Der Psychoanalytiker Jurko Prochasko über die Gewalt in der Ukraine

Jurko Prohasko

Jurko Prochasko

Noch hängt der Geruch der brennenden Barrikaden in der Luft, noch sind die Blutflecken im Foyer des Hotels Ukraina nicht beseitigt, noch ist nicht sicher, ob die Ukraine nach dieser Woche zur Ruhe kommen wird. Doch schon sehen Beobachter die Gefahr, dass sich die Spaltung der Ukraine nun auch politisch manifestieren könnte. Im Westen, so ihr Argument, gebe es praktisch keine Staatsmacht mehr. Solche Schlussfolgerungen hält der Autor, Übersetzer und Psychoanalytiker, Jurko Prochasko, jedoch für falsch. 

Der Friedrich-Gundolf-Preisträger der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, in Österreich zum Gruppenpsychoanalytiker ausgebildet, gilt als einer der wichtigsten Kulturvermittler zwischen der Ukraine und dem deutschsprachigen Raum. Er bezeichnet die Kämpfe um den Maidan als „große Entlarvung vor allem der Nationalisten“ aber auch jener „Wertegemeinschaft EU“, an deren Assoziierungsabkommen sich alles entzündet habe. Jurko Prochasko im Gespräch mit Mirko Schwanitz.