Belarus: „Jeder Deal ist nutzlos“ – die Situation weissrussischer Künstler nach den Wahlen

Zmitzer Vajcuschkevitsch

Zmitzer Vajcuschkevitsch

In Weissrussland hat Alexander Lukaschenko am vergangenen Wochenende die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Kein Wunder, hatte er doch zuvor dafür gesorgt, dass es keine nennenswerte Opposition und damit auch keinen nennenswerten Gegenkandidaten gibt. Nach seinem erneuten Wahlsieg darf sich Lukaschenko nun „dienstältester Diktator“ Europas nennen. Er fühlt sich so sicher in seinem Sattel, dass er in einem Anfall von Herzensgüte die letzten politischen Gefangenen freiliess. Weiterlesen

Kroatien: Solidarität ist eine Sanduhr – Kroatische Intellektuelle  zur Flüchtlingskrise

An der Flüchtlingskrise könnte Europa scheitern. Davor warnen inzwischen nicht nur  Staats- und Regierungschefs oder Politiker fast jeder Couleur. Auch Intellektuelle melden sich zu Wort. Anders als die politische Klasse warnen sie nicht vor dem Flüchtlingsansturm – sondern vom Umgang der von Europas politischen Führungen mit der Krise. Der kroatische Autor Miljenko Jergovic geißelt in Kommentaren für Zeitungen wie „Jutarni List“ die „verlogene Politik“ der kroatischen Regierung. Offen prangert er Politiker für ihren „faschistoiden Sprachgebrauch gegenüber den Flüchtlingen“ an. Der bekannte Journalist Ladislav Tomicic bekennt: „Das ist keine Krise. Das ist eine permanente Lage.“ Und auch die Schriftstellerin Ivana Bodrozic meldet sich in ihrem Land immer wieder zu Wort. Mirko Schwanitz berichtet. Weiterlesen

LandZukunft: Ein Modellprojekt für ländliche Regionalentwicklung

Strandurlaub Dithmarschen

Vor allem ländlich geprägte Regionen müssen in den kommenden Jahren große soziale Veränderungen meistern. Die Jungen ziehen weg. Viele Branchen leiden in der Folge unter Fachkräftemangel. Zurück bleiben die Älteren. Das Bundeslandwirtschaftsministerium startete deshalb ein Modellprojekt mit dem Titel „Landzukunft“ zur regionalen ländlichen Entwicklung. Bewerben konnten sich 17 ländliche Randgebiete, die vom Thünen Institut vorab ausgewählt wurden. Neben Dithmarschen wurden dabei Birkenfeld, Holzminden und die Uckermark als Modellregionen gefördert. Das Ziel: Auch wenn die ausgewählten Regionen oft die gleichen Probleme haben, sollten sie doch regional spezifische Lösungen finden. Weiterlesen

Smart Grids: Auf dem Weg zur Dritten Industriellen Revolution

Nach den Thesen des Zukunftsforschers Jeremy Rifkin steht der Wandel von der zweiten zur dritten Industriellen Revolution kurz bevor. Dann wird die Wirtschaft nicht mehr von Großkonzernen organisiert, sondern zur „sharing economy“, einer Wirtschaft, in der Menschen viele Ressourcen miteinander teilen. Katalysator für diesen Wandel ist laut Rifkin der technologische Fortschritt bei der Energiegewinnung, Kommunikation und Logistik. Jutta Schwengsbier hat sich Rifkins Theorie und die Praxis an zwei Industriestandorten angesehen, die beide sehr stark vom Technologiewandel betroffen sind. Einen in Deutschland und einen in Polen. Während sich die Region Dessau in Sachsen Anhalt seit der politischen Wende 1989 ganz der Umsetzung von Rifkins Ideen verschrieben hat, versuchte Polen den Wandel aufzuhalten. Weiterlesen

Belarus: Literaturnobelpreise Swetlana Alexijewitsch

Swetlana Alexijewitsch wurde 1948 kurz nach dem zweiten Weltkrieg im ukrainischen Iwano-Frankiwsk geboren. Zunächst arbeitete sie als Reporterin für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Dann entwickelt Alexijewitsch ausgehend von zahlreichen Interviews schließlich eine eigene literarischen Gattung: den halbdokumentarischen Roman. Ob Tschernobyl, der Afghanistan-Krieg und der Zusammenbruch der Sowjetunion: Die bei ihren Reportagen eingefangenen Stimmen verdichtet die Schriftstellerin in fiktionalen Geschichten zu einem Sittengemälde ihrer Zeit. Nun erhält die Weißrussin den Literaturnobelpreis. Jutta Schwengsbier stellt Swetlana Alexijewitsch und ihr Werk vor. Weiterlesen

„Der erste Horizont meines Lebens“ – die Welt der moldauischen Autorin Liliana Corobca

Liliana Corobca Der erste Horizont meines LebensKinder in einer Welt ohne Eltern?  Nein, das ist nicht der Stoff für einen utopischen Roman oder für ein Buch über neue Formen der Reproduktionsmedizin. Es gibt diese Welt. Eine Welt, die für tausende Kinder  nicht utopisch, sondern Alltag ist Laut UNICEF wachsen 117 000 Kinder in der Republik Moldau ohne Mutter und Vater auf. In  Rumänien sind es 350 000. In der Ukraine 1,2 Millionen. Die meisten Eltern sind gezwungen, ihr Geld im Ausland zu verdienen. Ab und zu ist über diese Kinder berichtet worden.  Dann haben wir sie wieder aus dem Blick verloren.  Zuviel Elend. Zu viele Krisen. Und große Fernsehbilder geben diese Kinder auch nicht her. Es sind die Kinder von Eltern,  die gezwungen sind,  ihr Geld im Ausland zu verdienen – die als  Erntehelfer bei unseren Bauern, als Pflegerinnen in unseren Pflegheimen, als Bauarbeiter auf unseren Baustellen arbeiten. Weiterlesen

Belarus: „Wir versteigern uns selbst“ – wie Start-ups Lukaschenkos Allmachtanspruch untergraben

Belarus hat gewählt. Schon vorher stand fest. Es kann keinen anderen Sieger als Präsident Lukaschenko geben. Doch was heißt das für die belarussische Wirtschaft? Da das Land 50 Prozent seines Außenhandels mit Moskau abwickelt, bekommt das Land die Folgen der russischen  Wirtschaftskrise seit langem massiv zu spüren: Die Staatsbetriebe müssen immer öfter Mitarbeiter entlassen. Und die spüren dann auch noch die Folgen der galoppierenden Inflation. Die betrug im letzten Jahr 18 Prozent. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres noch einmal 14 Prozent. Weiterlesen

Miloš Kozon: Der Drehorgelkrieger vom Brandenburger Tor

Drehorgelkrieger Milos Kozon

Kein anderer Ort ist so sehr Monument der früheren deutsch-deutschen Teilung und gleichzeitig das Symbol des vor 25 Jahren zu Ende gegangenen Kalten Kriegs: das Brandenburger Tor in Berlins Mitte.1989 feierten tausende Deutsche beider Staaten an und auf dem Tor das Ende des DDR-Regimes. Und genau hier steht heute Tag für Tag der Drehorgelspieler Miloš Kozon. Der ist inzwischen selbst ein Wahrzeichen vor Berlins begehrtester Sehenswürdigkeit. Ein Beitrag von Maximilian Grosser. Weiterlesen

Fluchthilfe: Mit einem Täuschungsmanöver nach Berlin

Einem Flüchtling über die Grenze zu bringen – das gilt offiziell nicht nur in Deutschland als strafbar. Fluchthelfern droht eine Geld- oder sogar Gefängnisstrafe. Doch ein Berliner Paar lässt sich davon nicht abschrecken. Seit zwei Jahren kennen sie einen jungen Syrer, den sie auf einer ihren Reisen getroffen haben. Seit dem begleiten sie den Kriegsflüchtling erst virtuell per Facebook und Whatsapp auf seiner Flucht, sind froh, dass er die Bootsfahrt von der türkischen zur griechischen Küste überlebt. Aber auf der letzten Etappe reicht es nicht mehr, nur per Smartphone und Computer dabei zu sein. Für die unpassierbaren Grenzen wird das Berliner Paar zu Fluchthelfern. Ihre Geschichte haben sie Maximilian Grosser erzählt – und weil die Rechtslage zu Fluchthilfe nicht eindeutig ist, sollen hier die richtigen Namen nicht genannt werden. Weiterlesen

Matthew Paul Miller: Zwischen jüdischer Tradition und moderner Kultur

Matthew Paul Miller ist besser bekannt unter seinem jüdischen Namen Matisyahu, der so viel bedeutet wie „Geschenk Gottes“. Mit Beginn seiner Karriere ist Matisyahu zugleich sein Künstlername geworden. Inzwischen gilt der Reggae Sänger als einer der bedeutendsten jüdischen Musiker unserer Zeit. Jutta Schwengsbier hat mit Matisyahu über seine Suche nach Spiritualität und seine Musik gesprochen. Weiterlesen