Smart Grids: Auf dem Weg zur Dritten Industriellen Revolution

Nach den Thesen des Zukunftsforschers Jeremy Rifkin steht der Wandel von der zweiten zur dritten Industriellen Revolution kurz bevor. Dann wird die Wirtschaft nicht mehr von Großkonzernen organisiert, sondern zur „sharing economy“, einer Wirtschaft, in der Menschen viele Ressourcen miteinander teilen. Katalysator für diesen Wandel ist laut Rifkin der technologische Fortschritt bei der Energiegewinnung, Kommunikation und Logistik. Jutta Schwengsbier hat sich Rifkins Theorie und die Praxis an zwei Industriestandorten angesehen, die beide sehr stark vom Technologiewandel betroffen sind. Einen in Deutschland und einen in Polen. Während sich die Region Dessau in Sachsen Anhalt seit der politischen Wende 1989 ganz der Umsetzung von Rifkins Ideen verschrieben hat, versuchte Polen den Wandel aufzuhalten. Weiterlesen

Vertical Farming: Gartenbau im Küchenschrank?

Wie auf immer kleineren Flächen immer mehr Nahrungsmittel für die stetig steigende Weltbevölkerung angebaut werden können, ist die wichtigste Frage dieses Jahrhunderts. Vertical Farming heißt das große Zauberwort, wenn Lösungen für die drohenden Ernährungskrise diskutiert werden. Das heißt, Pflanzen werden nicht mehr auf riesigen Feldern angebaut, sondern sie wachsen auf engstem Raum in die Höhe. Einige Pioniere probieren schon aus, ob ganze Hochhäuser als Gewächshäuser der Zukunft geeignet sind. Damit in den stetig wachsenden Millionenmetropolen in nächster Nachbarschaft seiner  Bewohner auch Nahrungsmittel angebaut werden können. Weiterlesen

Roof Water Farm: Die Hängenden Gärten von Berlin

roof water farm

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Großstädten, 2050 soll es laut UN sogar zwei Drittel sein. Wie aber die Bevölkerung gigantischer Megacities mit ausreichend Lebensmitteln versorgen? Wie den Energieverbrauch reduzieren? Das sind Fragen, denen sich schon heute Stadtplaner, Architekten, Agrarexperten und Umweltingeneure stellen müssen. In Berlin arbeiten derzeit mehrere Projektgruppen an einer Lösung dieser spannenden Fragen. Am Ende eines der derzeit laufenden Forschungsprojekte soll ein Netz von Dachgärten entstehen. Der wissenschaftliche Name des Projekts: „Roof Water Farm“. Die entscheidende Ressource dafür ist das tägliche Abwasser. Ein Beitrag von Maximilian Grosser. Weiterlesen

Schorfheide: Biologische Vielfalt dank Sperrgebiet

Seeblick

In Ostdeutschland schützte die Politikelite über Jahrzehnte Jagdgebiete für das eigene Vergnügen, die Natur wurde nicht zerstört. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist heute eines der artenreichsten in Europa. Die Region Schorfheide-Chorin wurde 1990, kurz nach der politischen Wende in Ostdeutschland, unter Schutz gestellt und ist seit 2011 UNESCO-Weltnaturerbe. Seit dem Mittelalter hatte das Zisterzienser-Kloster Chorin die Ländereien der Gegend bewirtschaftet. Später entdeckten dann die Mächtigen des Staates das Waldgebiet für sich. Die einzigartige Landschaft wurde zum Jagdrevier, welche nur der jeweiligen Politprominenz zur Verfügung stand. Dieser Geschichte ist es zu verdanken, dass die einzigartige Vegetation nicht zerstört wurde. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gilt heute als eines der artenreichsten Gebiete Europas. Von Jutta Schwengsbier. Weiterlesen

Die Visionen des Bauhaus Dessau

Der Wandel der Industriegesellschaft als Projekt angewandter Kunst 

Ferropolis

Es ist noch gar nicht so lange her, da glaubte niemand in Sachsen-Anhalt, dass stillgelegte Schaufelradbagger alter Braunkohle-Tagebaue zu wichtigen Wirtschaftsfaktoren werden könnten. Das Bauhaus Dessau wurde mit dieser verrückten Idee zum wesentlichen Innovationstreiber für die Neugestaltung einer weitgehend zerstörten Landschaft. Seine industriellen Gartenreiche und klingenden Seenlandschaften wurden Ausgangspunkt für eine grundlegende Transformation der Moderne. Von Jutta Schwengsbier. Weiterlesen

Kein Krieg, keine Katastrophe – vom Wandel in Lettlands Fischerdörfern

Fischer in Bercziems beim Reusensetzen

 

Als Lettland den Beitrittsvertrag zur EU unterschrieb, ahnten die lettischen Fischer noch nicht, was der Vertrag für sie bedeuten würde. Der Vertrag sah vor, die lettische Fischfangflotte nicht zu vergrößern. Gleichzeitig wurden den Schiffsbesitzern Entschädigungen weit über dem Marktwert angeboten, wenn sie ihre Schiffe verschrotten. Viele von ihnen sahen nur das schnelle Geld und bedachten nicht die Folgen. Denn wer die Entschädigung kassierte, musste unterschreiben, mit dem Geld kein neues Fischerboot zu kaufen. Weiterlesen

Lettlands Bio-Boom

Regenwurmzucht als Geschäftsmodell

Regenwurmzucht

Janis Sprukts und Irena Tereskovica

In Lettland sprießen derzeit zahlreiche neue Startups aus dem Boden. Eigentlich müsste man besser sagen, sie sprießen nicht aus dem Boden, sondern sie produzieren Boden, noch genauer gesagt Bio-Humus. Grundlage der Innovation ist der sogenannte rote kalifornische Regenwurm, eine Kreuzung erschiedener Regenwurmarten, die vor rund 50 Jahren in USA gezüchtet wurde. Seit einigen Jahren ist dieser Regenwurm in Lettland zu einem regelrechten Wirtschaftsfaktor geworden. Denn dieser Regenwurm kann sich rasend schnell vermehren und frisst zudem außergewöhnlich viel. Das bedeutet, diese Gattung produziert auch besonders viel Bio-Humus.  Weiterlesen