Brandenburg: Eine Herbstreise zu Märkischen Machern

Volker Müller-Hagenbeck

Erfinder der Annenwalder Schiffchen: Volker Müller-Hagenbeck

Im Juni reiste unser Autor Mirko Schwanitz schon einmal zu Brandenburger Unternehmern, alle mit recht ausgefallenen Geschäftsideen. Die einen entwickelten ein Weinschwein, ein anderer baute in Frankfurt Oder U-Boote, züchteten Blutegel oder destillierten trinkbares Flugbenzin. Folgen Sie heute Mirko Schwanitz doch auf seiner zweiten Tour. Wir können Ihnen versprechen, dass er wieder interessante Menschen getroffen hat, einen Mann der Schiffe für Häfen aus Sand baut, einen Mann der im 21. Jahrhundert die Goldenen Zwanziger Jahre konserviert oder einen, der den ersten vollelektronischen Schlüsselbund erfand. Sie werden einen Kerzenmacher kennenlernen, den sie nicht kennen, aber dessen Kerzen jeder von Ihnen, schon einmal gesehen hat. Und dranbleiben sollten sie in jedem Fall, wenn Sie wissen wollen, wie man Mondlandschaften in Naturschutzgebiete verwandelt…. Weiterlesen

Einfach Genial – das Marschrutka

Wer einmal in Asien, Afrika oder Osteuropa unterwegs war, der hat sie schon einmal gesehen – die überall den Verkehr dominierenden Kleinbusse. Anders als in westlichen Ländern, in denen meist große Busse den Verkehr dominieren, sind es in den meisten Ländern der Welt Kleinbusse, die den öffentlichen Personenverkehr sichern – in vielen Ländern Osteuropas werden sie liebevoll „Marschrutkas“ genannt. Auch wenn für Uneingeweihte deren System manchmal schwer durchschaubar ist, für unsere Autorin Mila Corlateanu ist es des flexibelste Verkehrssystem der Welt – und für die ewig klammen Haushaltskassen des Staates noch dazu das billigste. Weiterlesen

Kroatien: Der Kanonier von Zagreb

05 Panoramablick vom Lotrsak-Turm

Viele Schweizer zieht es im Sommer an Kroatiens Küsten, das Wasser ist sauber, die Segelreviere herrlich, die Leute freundlich – das Essen gut und preiswert. Doch immer mehr machen auch einen Abstecher in die Hauptstadt. Zagreb, das in den Zeiten der k.u.k.-Monarchie noch Agram hieß, ist in den letzten Jahren ein wahres barockes Schmuckstück geworden – mit Fußgängerzonen, kleinen Gassen, guten Lokalen und einem regen Kulturleben. Doch immer zum Mittag jagt ein Mann nichtsahnenden Touristen einen Schrecken ein. Bojana Radetic-Turk hat ihn getroffen. Weiterlesen

Georgien: Datio Ratiani und seine Wehrtürme von Ushguli

Wehrtürme von Ushguli

Reiseführer preisen es als das höchste Dorf Europas – Ushguli, eine kleine Ortschaft, gelegen in Georgien, im Kaukasus, auf 2400 Meter Höhe. Lang und beschwerlich ist der Weg dahin. Mit dem Auto benötigt man von der Hauptstadt Tiflis allein 12 Stunden bis hinauf in die Berge der georgischen Provinz Swanetien. Ohne geländegängigen Jeep ist ohnehin aufgeschmissen, wer da hinauf will, denn hinter Swanetiens kleiner Hauptstadt Mestia gibt es keine befestigte Straße mehr. Weiterlesen

Armenien: Armen Sahakjan und die sterbenden Handschriften

Unweit vom Zentrum der armenischen Hauptstadt Yerewan liegt der Berg Hagthanak. An seinem Fuße, nur über zahlreiche Treppenstufen zu erklimmen, steht ein etwas düster wirkendes Gebäude –  bewacht von der Statue des Mesrop Mashtots, dem Erfinder des armenischen Alphabets. Matenadaran nennen die Armenier das Gebäude, was übersetzt einfach nur „Bibliothek“ heißt. Dennoch steht ein Besuch dieses Gebäudes auf dem Programm fast aller Armenien-Touristen. Denn in einem Teil des Hauses gibt es ein Museum alter Handschriften – so alt, dass die UNESCO die Sammlung zum Weltdokumentenerbe erklärt hat. Weiterlesen

Italien: Die 40 Tage von Ossola

Das beschauliche italienische Städtchen Domodossola ist jedes Wochenende Ziel zahlreicher Schweizer Besucher. Hier bummelt man durch die Gassen, trinkt auf dem Marktplatz einen Espresso, geht auf den Markt. Doch wer von den Besuchern weiß, dass Domodossola vor gar nicht so langer Zeit Hauptstadt einer Republik war – ausgerufen von Widerstandkämpfern, die 1944 den deutschen und italienischen Faschisten mutig die Stirn boten? Als sie nach 40 Tagen fiel nahm die Schweiz 35 000 Flüchtlinge auf. Das haben die Menschen von Ossola ihr niemals vergessen. Wer mehr als nur einen Espresso trinken will, kann heute, gut 70 Jahre später, dem Bergführer Tim Shaw auf alten Widerstandspfaden ins Dickicht dieser unglaublichen Geschichte folgen. Und wer noch mehr wissen möchte, sollte einen Abstecher in die Casa della Resistenza in Mergozzo machen.

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Armenien: Jerewan – eine Stadt sucht ihre Altstadt

Jerewans Altstadt

Am 18. April ist der Internationale Tag des Denkmals. Als Tag der Erinnerung an Geschichte und Geschichten. In Jerewan, einer der ältesten Städte Europas, ist von dieser Geschichte nicht mehr viel zu sehen. Tatsächlich hat die Stadtverwaltung von Jerewan, in der Sowjetunion noch als „die leuchtende Stadt“ beliebt, in den Jahren seit dem Zusammenbruch des Sozialismus das Stadtbild gründlich zerstört. Das, was noch übrig ist, muss man suchen. Ani Matevosyan zur Geschichte Jerewans, und was davon noch übrig ist. Weiterlesen

Schorfheide: Biologische Vielfalt dank Sperrgebiet

Seeblick

In Ostdeutschland schützte die Politikelite über Jahrzehnte Jagdgebiete für das eigene Vergnügen, die Natur wurde nicht zerstört. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist heute eines der artenreichsten in Europa. Die Region Schorfheide-Chorin wurde 1990, kurz nach der politischen Wende in Ostdeutschland, unter Schutz gestellt und ist seit 2011 UNESCO-Weltnaturerbe. Seit dem Mittelalter hatte das Zisterzienser-Kloster Chorin die Ländereien der Gegend bewirtschaftet. Später entdeckten dann die Mächtigen des Staates das Waldgebiet für sich. Die einzigartige Landschaft wurde zum Jagdrevier, welche nur der jeweiligen Politprominenz zur Verfügung stand. Dieser Geschichte ist es zu verdanken, dass die einzigartige Vegetation nicht zerstört wurde. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gilt heute als eines der artenreichsten Gebiete Europas. Von Jutta Schwengsbier. Weiterlesen

Die Visionen des Bauhaus Dessau

Der Wandel der Industriegesellschaft als Projekt angewandter Kunst 

Ferropolis

Es ist noch gar nicht so lange her, da glaubte niemand in Sachsen-Anhalt, dass stillgelegte Schaufelradbagger alter Braunkohle-Tagebaue zu wichtigen Wirtschaftsfaktoren werden könnten. Das Bauhaus Dessau wurde mit dieser verrückten Idee zum wesentlichen Innovationstreiber für die Neugestaltung einer weitgehend zerstörten Landschaft. Seine industriellen Gartenreiche und klingenden Seenlandschaften wurden Ausgangspunkt für eine grundlegende Transformation der Moderne. Von Jutta Schwengsbier. Weiterlesen

Kein Krieg, keine Katastrophe – vom Wandel in Lettlands Fischerdörfern

Fischer in Bercziems beim Reusensetzen

 

Als Lettland den Beitrittsvertrag zur EU unterschrieb, ahnten die lettischen Fischer noch nicht, was der Vertrag für sie bedeuten würde. Der Vertrag sah vor, die lettische Fischfangflotte nicht zu vergrößern. Gleichzeitig wurden den Schiffsbesitzern Entschädigungen weit über dem Marktwert angeboten, wenn sie ihre Schiffe verschrotten. Viele von ihnen sahen nur das schnelle Geld und bedachten nicht die Folgen. Denn wer die Entschädigung kassierte, musste unterschreiben, mit dem Geld kein neues Fischerboot zu kaufen. Weiterlesen