Was ist los in Nagorny Karabach?

Zerstörte aserbaidschanische Stadt in der besetzten Sicherheitszone

Zerstörte aserbaidschanische Stadt in der besetzten Sicherheitszone

Als die in Aserbaidschan liegende, überwiegend von Armeniern bewohnte autonome Region Nagorny Karbabach sich 1988 in Übereinstimmung mit der Verfassung der Sowjetunion für unabhängig erklärte, antwortete man in Aserbaidschan mit Pogromen gegen die armenische Minderheit. Sie waren der Auslöser für vier Jahre dauernden blutigen Krieg. Er kostete 30 000 Menschen das Leben und machte über eine Million zu Flüchtlingen. Seit 1994 herrscht Waffenstillstand, aber kein Frieden. Zudem halten die Karabach-Armenier große Teile aserbaidschanischen Territoriums als sogenannte Sicherheitszonen rund um ihre von niemandem anerkannte Republik besetzt. Weiterlesen

Mehr Kartell als Wettbewerb: Wie zeitgemäß ist der deutsche Wohlfahrtsstaat ?

Seit Jahrzehnten dominieren nur wenige Wohlfahrtsorganisationen den Markt der Sozialdienstleistungen in Deutschland. Doch obwohl das Sozialbudget der Bundesrepublik Deutschland inzwischen 770 Milliarden Euro pro Jahr übersteigt, fehlt oft das Geld, um innovative neue Sozialkonzepte zu finanzieren. Viele junge Start-ups im Sozialbereich wollen sich nicht mehr auf den Staat oder die Wohlfahrt verlassen, um soziale und ökologische Probleme zu lösen. Künftig sollen am Gemeinwohl orientierte Unternehmen soziale Probleme mit unternehmerischen Mitteln lösen helfen. Inzwischen ist ein harter Kampf um staatliche Fördermittel zwischen den sozialen Start-ups und den etablierten Großbürokratien der Wohlfahrt entbrannt. Sind die Wohlfahrtsverbände noch Träger sozialer Veränderungen oder bremsen sie soziale Innovationen eher aus, fragt Jutta Schwengsbier. Weiterlesen

Ukraine: Journalisten in den Separatistengebieten unter Druck

Unbeeindruckt von den Präsidentschaftswahlen machen die Separatisten in der Ukraine nach wie vor ihr eigenes Ding. Um ihre Macht zu erhalten setzen sie auf Repressionen und verbreiten zunehmend Angst unter der Zivilbevölkerung. Der dämmert allmählich, wem sie da vertraut hatten. Doch niemand wagt den Mund aufzumachen und zu protestieren. Wer die Waffen hat, hat die Macht. Das spüren auch die Journalisten, die in den Gebieten der Separatisten versuchen, ihren Job zu machen – vor allem die, vorurteilsfrei und neutral versuchen zu berichten. Nicht nur die Fälle von Zensur nehmen zu, auch Kidnapping und Folter von Journalisten sind Alltag in den von Separatisten besetzten Gebieten. Ein Bericht von Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovitsch. Weiterlesen

Georgien: Kulturschaffende und der Tod von Eduard Schewardnadse

Am 13. Juli wurde Eduard Schewardnadse in Georgien im Hof seiner Tifliser Residenz beigesetzt. Während die Welt den freundlich wirkenden, weißhaarigen Mann als Helden verehrt, weil er gemeinsam mit Michail Gorbatschow den Umbruch in Osteuropa möglich machte, wird er in seiner Heimat vor allem als eines angesehen – als tragische Figur. Vor allem Georgiens Dichter und Künstler wissen noch nicht so recht, wie sie die Ära Schewardnadse beurteilen sollen. Edita Badasyan und Mirko Schwanitz haben sich mit einigen in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, getroffen und wollten wissen, welche Erinnerungen sie mit Eduard Schewardnadse verbinden. Weiterlesen

Litauen: Vilnius glitzert

Wie die größte Baltenrepublik sich auf die Ratspräsidentschaft vorbereitet

Litauen ist ein modernes Land

Litauen ist ein modernes Land

Wenn Litauen am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft turnusgemäß übernimmt, hat das Land mit dem EU-Neuling Kroatien eins gemeinsam. Beide Länder befanden sich bis vor etwas mehr als 20 Jahren hinter dem Eisernen Vorhang. Litauen war sogar eine Sowjetrepublik, die erst 1991 ihre Unabhängigkeit von Moskau erklärte und mit dem EU-Beitritt vor neun Jahren endgültig den nach Europa fand. Die ersten Jahre als EU-Mitglied galt die Baltenrepublik als das Armenhaus der Staatengemeinschaft und die Finanzkrise 2009 setzte dem kleinen Land besonders stark zu. Radikale Reformen brachten die junge Demokratie wieder auf Wachstumskurs. Heute blicken die Litauen optimistisch in die Zukunft und auf das kommende halbe Jahr. Markus Nowak berichtet aus Vilnius. Weiterlesen

Georgien: Hoffnung und Sorge

Georgien unterzeichnet EU-Assoziierungsabkommen

Flaggen am georgischen Parlament

Flaggen am georgischen Parlament

Die Spannungen in der Ukraine wurden vergangenen Herbst erst ausgelöst, als der Moskau-freundliche Präsident Viktor Janukowitsch das bevorstehende EU-Assoziierungsabkommen in Vilnius platzen ließ. Hunderttausende Menschen gingen auf den Majdan, um Janukowitsch abzusetzen und forderten Neuwahlen. Inzwischen erklärte sagte sich die Krim von der Ukraine los und zurzeit tobt im Osten des Landes beinah schon ein Bürgerkrieg. Einen anderen Weg ging auf dem Gipfel im Herbst 2013 Georgien, das neben Moldau als einziges Land der „Östlichen Partnerschaft“ das Assoziierungsabkommen ratifizierte. Am heutigen Freitag kommt es beim EU-Gipfel in Brüssel nun zur Unterzeichnung. Wie eilig es den Georgiern damit ist, zeigt die Tatsache, dass der Unterzeichnungstermin gleich zweimal vorgezogen wurde. Von der Hoffnung aber auch den Sorgen über den Assoziierungsvertrag berichtet Markus Nowak aus Tiflis. Weiterlesen

Geschmack der Räuberbarone

Eine Ausstellung im Kiewer Kunstmuseum zeigt Janukowitschs „Kunstschätze“

 

Die Kämpfe auf dem Maidan scheinen schon in Vergessenheit zu geraten. Nur ihre Folgen sind heute noch zu besichtigen. Dazu gehören aber nicht nur die Bestrebungen separatistischer Kräfte, Teile im Osten der Ukraine abzuspalten. Auch in Kunst und Kultur hinterließen die Kämpfe Spuren. So war z.B. der neo-klassizistische Prunkbau des Nationalen Kunstmuseum seit Jahresbeginn geschlossen, weil er sich damals, auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen in Kiew, sozusagen im Rücken von Janukowytschs Spezialeinheiten befand. Einem Gebiet, dass Sperrgebiet war. Jetzt hat das Museum seine Pforten geöffnet und macht sofort durch eine Sonderausstellung auf sich aufmerksam. Es hat alle Objekte aus Viktor Janukowytschs Residenz zusammengetragen und den bekanntesten postmodernen Maler der Ukraine gebeten, aus ihnen eine Ausstellung zu kreieren. Entstanden ist ein Exposition, die die Betrachter vor Entsetzen staunen lässt und Diskussionen provoziert. Mirko Schwanitz und Ivan Gayvanovich berichten. Weiterlesen

Grünes Licht für Moldovas Bürger

Die EU öffnet die Grenze

Plakat zur Visa-Freiheit

 

„Der 28. April: Ein historischer Tag“. Ab diesem Datum erfüllt sich für die Moldauer ein Traum: Sie dürfen ohne Visum in die EU reisen. Von jenen Staaten, mit denen die EU den Vertrag über die Östliche Partnerschaft geschlossen hat, ist die Republik Moldau nun der erste, dessen Bürger von der Visa-Liberalisierung profitieren. Ein Beitrag von Simion Chiochină und Jutta Schwengsbier. Weiterlesen

Moldau: Auf dem Weg in Putins Zollunion?

Wie Putin im Schatten des Krim-Konflikts gegen die Republik Moldau vorgeht

Auf dem Wega nach Gagausien

Im Schatten der Krim-Krise, setzt Putin auch andere ehemalige Sowjetrepubliken unter Druck. Sein nächstes Ziel: Die Republik Moldau soll in eine postsowjetische Freihandelszone fern der EU einverleibt werden. Bisher nutzt er wirtschaftliche Druckmittel: erneut wurde die Einfuhr moldauischer Weine nach Russland erschwert und den ersten 20.000 von knapp einer halben Million moldauischen Gastarbeitern die Wiedereinreise nach Russland verwehrt. Nun startet Russland den nächsten Schachzug: Es will die autonome Region der gagausischen (gaga – usischen) Minderheit  in der Republik Moldau dazu ausnutzen, das geplante EU-Assoziierungsabkommen zu verhindern. Ein Beitrag von Simon Ciochină und Maximilian Grosser.

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Kämpferin gegen Feminzide in Mexiko

 Imelda Marrufo und ihr Kampf um Frauenrechte in der „Stadt der toten Frauen“

Imelda Marrufo Nava

Juristn und Fraurenrechtlerin Imelda Marrufo Nava (c)boell.de/stephan-roehl.de

Im Ranking der gefährlichsten Städte der Welt belegt die nordmexikanische Stadt Ciudad Juarez seit Jahren immer einen der vorderen Plätze. Verantwortlich dafür sind die seit Jahren andauernden Kämpfe von Drogenkartellen untereinander – allein 2000 Tote forderten sie 2010. Nur vier Prozent der Verbrechen werden hier je aufgeklärt. Opfer dieses permanenten Klimas von Gewalt und Straflosigkeit sind immer wieder auch Frauen, die auf brutale Weise ermordet werden. Inzwischen ist die als Feminizid bekannte Mordserie weltbekannt: der Schriftsteller Roberto Bolano hat sie etwa in seinem Roman „2666“ beschrieben, der Film „Im Paradies der Mörder“ hat einen tiefen Einblick in den mühevollen Kampf um die Rechte von Frauen gegeben.

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